Manchmal verhält man sich oder fühlt sich anders, als man das von Verstand und Willen her möchte. Mit Mentaltraining lassen sich diese inneren Autopilot-Programme verändern. Manage your brain!
Ursprünglich für den Hochleistungssport entwickelt, wird Mentaltraining heute auch in anderen Hochleistungsberufen genutzt — in der Aviatik (Piloten), der Chirurgie und bei Spezialeinsatzkräften. Was sich dort seit Jahrzehnten bewährt, verbreitet sich zunehmend auch in der Privatwirtschaft.
Definition: Was ist Mentaltraining?
Der Begriff Mentaltraining setzt sich zusammen aus
- Mental = den Verstand/Geist betreffend
- Training = systematisches Üben
«Mentaltraining» ist ein Sammelbegriff für gedankliche Methoden, die kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten fördern — u. a. mentale Stärke, Belastbarkeit, emotionale Stabilität.
All diesen mentalen Trainingsmethoden gemeinsam ist: über mentale (gedankliche) Prozesse das reale Verhalten und Erleben gezielt so zu beeinflussen, dass es einem dienlich ist.
Nutzung von Mentaltraining im Spitzensport
Sportler nutzen Mentaltraining für:
- Visualisierung von Bewegungsabläufen,
- Wettkampfvorbereitung,
- Umgang mit Rückschlägen,
- Leistungssteigerung,
- Konzentrations- und Motivationssteuerung.
Nachgewiesene Effekte in Studien:
- Reduktion von Wettkampfnervosität,
- gesteigertes Selbstvertrauen,
- verbesserte Bewegungsausführung.
Mentaltraining wird heute im Spitzensport durchgängig und selbstverständlich eingesetzt — nicht als Nischenmethode, sondern als etablierter Bestandteil des Trainingsalltags.
Nutzung von Mentaltraining in Hochleistungsberufen
Die Mentaltraining kommt in der Ausbildung von Chirurg:innen, Pilot:innen und in der Armee breit zum Einsatz. Denn in solchen Hochleistungsberufen müssen konkrete Techniken beherrscht werden, um Stressreaktion, Fokus, Energie und den inneren Zustand gezielt zu steuern.
Unter hoher Erwartungslast oder der Befürchtung, einen Fehler zu machen, können zum Beispiel selbst gut eingeübte Handlungen plötzlich misslingen, weil die bewusste Steuerung durch die Drucksituation blockiert wird.
Mentaltraining setzt genau hier an, indem Handlungsabläufe in der Vorstellung vorab durchgespielt werden (Gedankenkino), kann das Gehirn in der Echtsituation eher auf das mental trainierte Muster zurückgreifen, statt in ein unwillkürliches Notfallprogramm zu verfallen.
Mein Training für Ihr Team
Grob gesagt bringe ich Ihrem Team bei, ein gezielt geführtes Gedankenkino durchzuführen, mit dem Ziel, das eigene Verhalten oder innere Befinden aktiv zu verändern — und zwar für jene Momente, in denen willentliche Verhaltenssteuerung nicht gut genug funktioniert oder automatisierte Muster das Ruder übernehmen.
Der Fachbegriff für dieses «gezielt geführte Gedankenkino» lautet entspannungsinduziertes Visualisierungstraining.
Die Teilnehmenden setzen sich dabei für einige Minuten bequem hin, schliessen die Augen und entspannen sich kurz. Die Visualisierungsübungen werden in entspanntem Zustand durchgeführt, weil sich dadurch neue Vorstellungsbilder leichter und nachhaltiger im Nervensystem verankern.
Trainingsbestandteile:
Hirnwissen
Was geschieht im Gehirn in Belastungssituationen — und wie lassen sich automatisierte Prozesse aktiv beeinflussen?
Trainingsplanung
Schriftliche Planung: Was möchte die Person lernen, wann anders reagieren, in welchen inneren Zustand kommen?
Visualisierungstraining
Gedankenkino bei geschlossenen Augen. Aktiver Lernprozess durch gezielte, gesteuerte Visualisierungstechnik.
Warum funktioniert Mentaltraining?
Im Mentaltraining bzw. in der Visualisierungsübung (Gedankenkino) nutzen wir die Tatsache, dass unser Gehirn bei einer lebhaften Vorstellung ähnliche Hirnareale und ähnliche neuronale Muster aktiviert wie bei einem tatsächlichen realen Erleben.
Oder anders gesagt: Das Gehirn unterscheidet kaum zwischen realen und vorgestellten Erfahrungen.
Dadurch lassen sich dem Gehirn per Gedankenkino neue Reaktions- und Gefühlsmuster beibringen. Durch korrekt durchgeführte Visualisierungsübungen findet ein tatsächlicher Lernprozess statt. Nervenzellen verknüpfen sich neu — ebenso wie bei einem Lernprozess durch eine reale Erfahrung.
Die Teilnehmenden lernen mit dieser Technik, Handlungsabläufe und inneres Befinden in Belastungs- und Stresssituationen in der Vorstellung durchzuspielen (Gedankenkino) und so gewünschte neuronale Muster zu trainieren — sodass das Gehirn in der Echtsituation eher auf das trainierte Muster zurückgreifen kann, statt in ein unwillkürliches Notfallprogramm zu verfallen.
Warum Mentaltraining für Ihr Unternehmen?
Ihre Mitarbeitenden sind verkaufstechnisch geschult, aber zu wenig davon wird tatsächlich umgesetzt? Oder: Ihre Mitarbeitenden sind auf Stressmanagement sensibilisiert und laufen trotzdem auf dem Zahnfleisch?
Dann fehlt Ihren Mitarbeitenden die entscheidende Schlüsselkompetenz: wie sie ihr eigenes Verhalten oder ihr eigenes inneres Befinden aktiv verändern können, wenn der kognitive (willentliche) Ansatz zu wenig gut funktioniert.
Die meisten Sales- und Stressmanagement-Trainings am Markt arbeiten auf der kognitiven Ebene. Das heisst, sie setzen grösstenteils auf bewusstes Erkennen und bewusste Verhaltenssteuerung oder -veränderung.
Bei diesen Ansätzen wird entweder davon ausgegangen, dass Erkenntnis allein eine Veränderung bringt (Achtsamkeitsansatz), oder dass mit bewusster Willenskraft eine Änderung erreicht werden kann (Wissensvermittlung, Gesprächstechnik, Kommunikationstraining).
Diese rationalen Ansätze funktionieren nicht immer. Sobald automatisierte Autopilotprogramme das Ruder übernehmen, bleibt der kognitive Ansatz meist wirkungslos — weil diese Autopilotprogramme viel schneller ablaufen, als der Verstand regulierend eingreifen kann.
Ausserdem sind die Hirnregionen, welche Autopilotprogramme auslösen und steuern, über unsere Sprache und rationale Gedanken kaum erreichbar. Sie reagieren nicht auf Argumente, sondern auf innere Bilder.
Deshalb bleiben rein kognitive Ansätze — Reflexion und der Vorsatz, sich «einfach anders zu verhalten» — oft wirkungslos, unabhängig davon, ob es um Nervosität vor einem wichtigen Kundengespräch, eine impulsive Reaktion im Gespräch oder ein Unvermögen geht, abends abzuschalten.
Mentaltraining ist eine einfach erlernbare, alltagstaugliche Technik, die punktuell, situativ und selbständig angewendet werden kann — immer dann, wenn etwas verändert werden soll, was mit Verstand und Willenskraft allein nicht möglich ist.
Leitung
Yvonne Hartmann: Betriebsökonomin BSc, Betriebliche Mentorin mit eidg. Fachausweis, 20 Jahre Berufserfahrung, davon 14 in Führungsfunktionen. 25 Jahre persönliche Praxis in mentalen Trainingsmethoden.
Wichtig zu wissen: Mentaltraining ersetzt keine Therapie. Es richtet sich an leistungsfähige Personen, die ihre Selbststeuerungskompetenz gezielt weiterentwickeln möchten. Keine Offenlegung persönlicher Themen erforderlich.
Quellenangaben, wissenschaftliche Literatur
1. Wissenschaftliche Grundlagen
Mentaltraining
Eberspächer, H. (2023). Mentales Training. Das Handbuch für Trainer und Sportler. Stiebner Verlag.
Deutschsprachiges Standardwerk zum Mentaltraining.
Mayer, J. & Hermann, H.-D. (2015). Mentales Training. Grundlagen und Anwendung in Sport, Rehabilitation, Arbeit und Wirtschaft. Springer.
Enthält Überblick über das Forschungsfeld motor imagery / mental simulation (Grundlage: Gehirn verarbeitet real Erlebtes und intensiv Vorgestelltes neuronal ähnlich).
Heimsoeth, A. (2024). Sportmental Training. Erfolg beginnt im Kopf. Pietsch Verlag.
Neurobiologie und Hirnforschung
Pinel, J. P. J. & Pauli, P. (2012). Biopsychologie. 8., aktualisierte Auflage. Pearson.
Hochschullehrbuch. Belegt neurobiologische Grundlagen: synaptische Plastizität, Langzeitpotenzierung (LTP), Stresssysteme (HPA-Achse, Cortisol, Adrenalin/Noradrenalin), Neuroplastizität, Emotionsverarbeitung.
Herschkowitz, N. (2008). Das Gehirn. Was stimmt? Die wichtigsten Antworten. Herder Verlag.
Populärwissenschaftliche Einführung in Hirnforschung und Neuroplastizität.
Hüther, G. Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn. Vandenhoeck & Ruprecht.
Zugängliche Darstellung neuroplastischer Mechanismen.
Begriffliche und konzeptuelle Einordnungen
MacLean, P. D. (1990). The Triune Brain in Evolution. Plenum Press.
Originalquelle zum Drei-Ebenen-Modell. In der aktuellen Neurowissenschaft als evolutionsbiologisches Modell überholt; im Training verwendet als pädagogische Metapher.
Hebb, D. O. (1949). The Organization of Behavior. A Neuropsychological Theory. Wiley.
Originalformulierung des Lernprinzips ("What fires together, wires together"). Gilt in den Neurowissenschaften als grundlegendes Lernprinzip.
Trainingstransfer
Blume, B. D., Ford, J. K., Baldwin, T. T. & Huang, J. L. (2010). Transfer of Training: A Meta-Analytic Review. Journal of Management.
Metaanalyse von 89 Einzelstudien: Im Schnitt werden nur rund 10–15 % der Trainingsinhalte tatsächlich im Arbeitsalltag angewendet. Grundlage für die Nutzenargumentation auf der Sales-Seite.
2. Weiterführende Literatur
Performance und Mentaltraining
Hutchinson, A. Endure. Körper, Geist und die erstaunlich dehnbaren Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit. Originalausgabe: Endure. William Morrow.
Wie weit reicht der Einfluss des Geistes auf körperliche und mentale Leistungsgrenzen. Journalistisch aufbereitet, gut lesbar.
Kotler, S. The Art of Impossible. Harper Wave.
Leistungspsychologie und Flow-Forschung. Englisch.
Gonzalez, D. C. The Art of Mental Training (Die Kunst des mentalen Trainings).
Praxisorientierter Einstieg, geschrieben von einem ehemaligen US-Agenten und Marineflieger.
Gervais, M. The First Rule of Mastery (Die wichtigste Regel für ein selbstbestimmtes Leben).
Sportpsychologe der NFL Seattle Seahawks. Schwerpunkt: Umgang mit dem Blick anderer, Leistung unter Beobachtung.
Stress, Denken und Entscheidung
McGonigal, K. Glücksfaktor Stress. Warum Stress uns erfolgreich und gesund macht. Originalausgabe: The Upside of Stress. Avery.
Forschungsbasiert. Stress als neutrale Grösse, die durch Bewertung wirkt. Ergänzend zum Kursinhalt.
Kahneman, D. Schnelles Denken, langsames Denken. Originalausgabe: Thinking, Fast and Slow. Farrar, Straus and Giroux.
Kognitionspsychologie. System 1 (automatisch, schnell) und System 2 (bewusst, langsam) — konzeptuell verwandt mit der im Training beschriebenen Unterscheidung bewusster/unbewusster Hirnregionen.
Rusch, S. (2019). Stressmanagement. Ein Arbeitsbuch für die Aus-, Fort- und Weiterbildung. Springer.
Strukturierter Überblick über Stressmodelle und Interventionsmethoden. Geeignet für HR- und BGM-Fachpersonen, die tiefer einsteigen möchten.
Gedächtnis und Körper
Bauer, J. (2002). Das Gedächtnis des Körpers. Eichborn.
Wie emotionale Erfahrungen körperlich gespeichert werden. Konzeptuell nah am Kursinhalt: Emotionen in tieferen Hirnregionen, Körpergedächtnis und Veränderbarkeit. Gut lesbar.
Knab, B. & Förstl, H. (2008). 99 Tatsachen über Ihr Gedächtnis. Trias.
Kompakter, zugänglicher Einstieg in Gedächtnis und Lernprinzipien.
Umgang mit Ablehnung, Selbstmotivation, Souveränität in Kundengesprächen.
Automatische Stressreaktionen regulieren, abgrenzen, schneller regenerieren.
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Ich beantworte gerne Ihre Fragen. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.